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Bina

Bina

Bina

 

geb. 2. Juni 1978

gest. 29. November 2011

Bis vor kurzer Zeit geschah es immer wieder, daß Besucher aufgeregt ankamen und berichteten, daß ein Pferd unbeaufsichtigt und frei auf unserem Gelände herum liefe.
Wir wußten dies natürlich. Es war unsere alte Schimmelstute Bina.

Sie hatte die Nachfolge unserer Shettydame Flicka angetreten, mit der sie zu deren Lebzeiten gemeinsam die Umgebung des Stalles abgraste.
Beide hatten nämlich einen Sonderstatus. Sie wußten dies auch ganz genau. Klug, wie sie waren, richteten sie sich genau nach den Gepflogenheiten im Betrieb. Das hieß: 1.) Das eigene Gelände nicht zu verlassen und 2.) Pünktlich zur Futterzeit im Stall zu sein.

Bina war inzwischen schon fast blind, hörte kaum noch und kannte jedes Hindernis, das im Wege stand, sofern es nicht kürzlich boshafter Weise neu aufgestellt wurde.
Im Winter schützte sie ein dickes, wollig weißes Unterfell. Eine Besonderheit dabei waren ihre langen, schwarzen Grannen Haare, die bis zum Sommer-Fellwechsel wie ein Überwurf den ganzen Körper abdeckten.

Bina
Bina

Jeder, der mit Ponys zu tun hat, weiß, daß sie nur Kummer machen, wenn bei ihnen eine schlanke Körperform erreicht werden soll.

So auch bei Bina.

In Oberhaindlfing, bei meiner Nicht Johanna, sorgte eine riesige Koppel dafür, daß das dreijährige Shetty immer dicker und kerniger wurde. Als eines Tages eine beginnende Hufrehe Sorge bereitete, kam Bina zu mir ins Moos. Die übliche Methode, nämlich eine bestimmte Menge Blut abzulassen, glückte unserem Tierarzt deshalb nicht, weil die dicke Ponydame ihre Muskeln so anspannte, dass mit keiner Nadel bis zur Ader durchzukommen war.
Medikamente und ausgewogene, behutsame Fütterung halfen, die schmerzhafte Krankheit nach längerer Zeit zu lindern und schließlich abzuwenden. Allmählich verschwanden die entstellenden Fettpölsterchen und der tägliche Reiteinsatz tat sein Übriges. Bina wurde wieder ein schmuckes Pferdmädchen.

Während dieser Zeit kam Sabine Schweinbeck aus den Ferien zurück. Offensichtlich hatte sie irgendwo schmerzliche Erfahrungen beim Reiten gemacht. Jedenfalls benahm sie sich unsicher, ja fast ängstlich im Sattel. Obwohl sie vorher eine einfühlsame Reiterin war, saß sie verkrampft und lustlos auf dem Pferd.
Als alles Zureden nichts half, kam mir die Idee, Bina einzusetzen. Siehe da, Sabine war wieder die Alte, liebte das weiße Shetty und konnte die Aufgabe übernehmen, das Pony dressurmäßig zu arbeiten.
Es dauerte nicht lange und Angst und Unsicherheit waren verflogen und Sabine benahm sich, auch auf Großpferden, wieder ganz normal.

Bina
Bina, Bröserl und Jonathan beim Pferdefußball

Die Tage vergingen, das kleine Shetty wurde von vielen Kindern geliebt, war gesund und munter und bereitete reiterlich all ihren Fans Freude. Vielen ängstlichen Kindern vermittelte sie Sicherheit und Vertrauen.
Schließlich bestand kein Grund mehr für einen längeren Aufenthalt im Moos und so mußte der weiße Knirps wieder zurück nach Oberhaindlfing.

An einem Wochenende verbanden wir einen allgemeinen Ausritt für die Rückführung von Bina in den Heimatstall zu meiner Nichte.
Nachdem wir dort angekommen waren, wurde Bina vorerst auf die große Koppel vor dem Wohnhaus gebracht. Wir traten ohne sie, mit furchtbar schlechtem Gewissen, den Rückweg an. Alle beteiligten Reiter schauten immer wieder wehmütig zurück. Das weiße Shetty rannte innen am  Zaun entlang und zeigte uns wiehernd, daß es unbedingt bei uns bleiben wollte. Solange wir in Sichtweite waren, blieb sie dann, wie anklagend, mit hoch erhobenem Kopf und gespitzten Ohren in der Koppelecke stehen.

Meine Nichte berichtete mir später, daß sie bei Bina mit einem Schneiderbandmaß täglich den Brust- und Bauchumfang kontrollierte, quasi als „weightwatching“ beim Pony.
Zwei Jahre später wurde die zauberhafte Anlage in Moos verkauft. Deshalb mußten wir ausziehen. Im Laufe eines Jahres zogen wir in die neue Reitanlage, in die Brandau, um.
Auch Bina verließ zu dieser Zeit Oberhaindlfing und kam mit Johanna in die Nähe von Landshut. Dort teilte sie den Stall mit einer kleinen Herde von Bergschafen.

Bina
Bina das Springpony

Angeregt durch die positive Erfahrung mit Bina kauften wir 1984 „Ninette“. Eine trächtige, braune Shettystute, die uns kurz darauf ihre Tochter „Tupferl“ in den Stall legte.

Ein Jahr später rief mich Johanna an.
Sie hatte sich von Toni, ihrem Mann, getrennt. Sie mietete ein Haus im Bayer. Wald und konnte dort die kleine Bina nicht unterbringen.
Sie wollte wissen, ob ich das Shetty übernehmen würde.
Am gleichen Tag noch stellte ich der Andi die Frage, was sie davon halte, wenn wir uns noch ein weiteres Pony zulegten. Die Begeisterung hielt sich sehr in Grenzen. Als ich ihr sagte, daß es sich um Bina handle, war sie sofort begeistert.
Schon am nächsten Tag holte ich Bina und von da ab gehörte die kleine Schimmelstute zu unserer Pferdeherde.

Bina im Winter
Bina im Sommer

Geboren wurde Bina am Freitag, den 02. Juni 1978
Gestorben am Dienstag, den 29. November 2011

Den Großteil ihres 33 jährigen Lebens verbrachte Bina bei uns. Irgendwann, keiner weiß wann, erkrankte sie am Equines Cushing Syndrom.  Eine Stoffwechsel Krankheit mit vielen Gesichtern.
Mitte November 2011 beobachteten wir verstärkt Atemnot ohne wirklich helfen zu können.
Als sich der Zustand immer mehr steigerte, sahen der Tierarzt und wir den wirklich letzten Ausweg nur mehr darin, sie durch Einschläfern von ihrem Leiden zu befreien.

Bina vor dem Stall

 

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